Leese (ah). Brunnen, Bänke, gepflasterte Wege und Rasen: Auf dem Gelände von Bökers Hus an der Einfahrt zur Kirche an der Loccumer Straße in Leese wurde Sonnabend ein neuer Dorfplatz eingeweiht. Dank des Einsatzes vieler ehrenamtlicher Helfer des Heimatvereins Leese und durch Spenden von Leeser Unternehmen sowie Privatpersonen konnte er in knapp acht Wochen gebaut werden. "Besser kann eine Dorfgemeinschaft nicht funktionieren", lobte Landschaftsarchitektin Christina Stoffers das Engagement der Leeser.
Leeses Bürgermeister Walter Hotze sagte: Gemeinsam kann viel erreicht werden trotz leerer Kassen. Das macht Mut für die Zukunft." Er erinnerte daran, dass der Kirchplatz durch das Dorferneuerungsprogramm umgebaut und am 17. Mai 1998 seiner Bestimmung übergeben wurde. "Der Ortskern wurde saniert. Die Verhältnisse in diesem Bereich wurden erheblich verbessert. Ein Problem stellte aber weiterhin der Eingangsbereich an der Loccumer Straße dar. Er war alles andere als einladend."
Bökers Hus verfiel immer mehr. Anfang dieses Jahres ersteigerte die Gemeinde das Haus für rund 13 000 Euro und ließ es im März für 20 000 Euro abreißen. Christinas Stoffers plante für das freigewordene Gelände den Dorfplatz. Ihr Entwurf stieß beim Rat auf Zustimmung. Er wurde schon am 17. Mai 2004 genehmigt. Hotze: "Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Das wird auch von vielen Bürgern bestätigt. Fast alle sind von der neuen Ansicht begeistert, und das gesamte Ortsbild hat hierdurch erheblich gewonnen. Natürlich gibt es auch Kritiker, die der Meinung sind, dass das Steuergeld für andere Dinge besser angelegt wäre." Die durch die Planerin ermittelten Kosten seien um über 50 Prozent geringer ausgefallen, freute sich Hotze. "Das war nur möglich, weil sich viele Firmen durch Spenden und viele Bürger durch ehrenamtliche Hilfe beteiligt haben." Die Materialkosten für die Platzgestaltung sollten rund 16 000 Euro betragen.
Hotze dankte nicht nur den Firmen, sondern auch dem Heimatverein Leese, dessen Mitglieder über viele Wochen ehrenamtlich mitgearbeitet haben. Stellvertretend für alle erwähnte Hotze den Heimatvereinsvorsitzenden Chris Weug. "Außer vier Tagen Urlaub in seiner Heimat Holland war er täglich auf der Baustelle vertreten." Hotze übergab den Platz der Öffentlichkeit. Seine Hoffnung: "Möge er in Zukunft gepflegt werden und von Vandalismus verschont bleiben." Pastor Jürgen Sievers bezeichnete den Dorfplatz als "schöner Vorgarten für die Kirche. "Der Platz ist ein Gewinn für unser Dorf. Er lädt Kinder zum Spielen und Erwachsene zum Verweilen ein." Christina Stoffers sagte, der Platz solle auch Treffpunkt für Fahrradtouristen sein.
Im Mittelpunkt des Platzes steht ein kreisrunder Brunnen, der aus Sandsteinen von 1802 gebaut wurde, den Fundamenten des abgerissenen Bökers Hus. Außerdem spendeten Leeser für den Brunnen drei Mühlsteine. Nun sollen auf dem Platz noch Vitrinen aufgestellt werden, in denen die Dorfgeschichte dokumentiert wird.